Georg Busse-Palma

Nach dem Tanz
Ein Idyll aus Halensee

Als sie vom Tanzen müde waren,
Hans Sausewind, der ewig lacht,
Und sie mit ihren sechzehn Jahren,
Die kaum zum Mädchentum erwacht;
Sie saßem traulich still am Tische
Und horchten kaum noch auf das Spiel.
Kein Wort durchklang die kleine Nische,
Nur ihre Augen sprachen viel.

In ihre Augen blau wie Flieder
Flog bienengleich sein dunkler Blick,
Und kam er reichbeladen wieder,
Dann holte sie den Raub zurück.
So tauschten beide sie das Süße,
Das sie im Innern scheu verwahrt,
Nur aufgeschreckt, wenn ihre Füße
Zu eng sich unterm Tisch gepaart.

Dann wurden seine Augen kecker.
Ihre Leibchen bebte unterm Kleid.
Sie kamen feurig als Erwecker
Für süße Lust und sel'ges Leid.
Ach Gott, sie wußte, was er dachte!
In ihr auch ward ein Wünschen groß.
Sie wurde pupurrot und lachte
Und schlug die Augen in den Schoß.

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