Chor der Kahlköpfe
Wir armen Kahlköpfe sind gar nicht
so dumm,
Wir haben kein Haar mehr und wissen warum.
Viel garstige Stunden im wandelnden Jahr,
Die warfen uns borstige Kletten ins Haar.
Wir zupften und rupften mit Weh und
mit Ach,
Wir zogen die Kletten, die Locke kam nach.
Ja, garstige Stunden, die rupfen uns sehr,
Doch nahmen die guten uns leider noch mehr.
Die heimlichen, süßen, die,
rosenbekränzt,
Bacchantisch den schäumenden Becher kredenzt;
Die haben, hingaukelnd ums trunkene Haupt,
Uns schmeichelnd und schelmisch die Locken geraubt.
Verweht sind die Rosen; der Winter
will nahn,
Wir müssen schon wieder 'ne Pelzkappen han;
Wir fassten vor Ärger ns gerne beim Schopf
Und finden kein einziges Härchen am Kopf.
Rezension I Buchbestellung I0108 © LYRIKwelt