Gottfried August Bürger

In die Nacht der Tannen...
(Nach Le Rime, XXXV von Petrarca)

In die Nacht der Tannen oder Eichen,
In der stummen Heimlichkeit Gebiet,
Das der Lebensfrohe schauernd flieht,
Such' ich oft der Ruhe nachzuschleichen.

Könnt' ich nur aus aller Wesen Reichen,
Wo der Sinn noch etwas hört und sieht;
Das den Müden an die Arbeit zieht,
Bis hinein ins leere Nichts entweichen!

Denn so allgeheim ist kein Revier,
Keine Kluft ist irgenwo so öde,
Daß nicht Liebe mich auch da befehde;

Daß die Allverfolgerin mit mir
Nicht von Molly und von Molly rede,
Oder, wenn sie schweiget, - ich mit ihr.

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