Johannes Buchhardt

Seemänner

Ein Meer durch Karten nie beschrieben
endlose Weiten ohne Grund
Schiffe die schon immer trieben
hin zu einem tiefen Schlund

Kein Wind, kein Ufer zu erreichen
nur getrieben von der Macht
hoch am Horizont das Zeichen
über diesem finstren Schacht

So treiben Schiffe zu dem Ziel
Kein andrer Weg ward je erklärt
der Schiffe waren es schon viel
doch keines das je ewig währt

Steh´ tapfer Steuermann steh´stark
und lenk dein Schiff mit viel bedacht
ist auch die Aussicht noch so karg
denk immer an die innre Macht

Bald ist das ferne Ziel schon nah´
dein Herz schlägt schneller furchtbar laut
Kein Mensch der je die tiefen sah´
vor denen jedem Seemann graut

Schäumendes Wasser stürzt tief hinab
so endet jedes wahre Leben aller Sinn nimmt stetig ab
und doch gilt es dorthin zu streben als Steuermann ins nasse Grab

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