Zeitenwechsel
Der sanfte Glanz der
Morgensonne bricht durch die Wipfel der ewigen Riesen.
Der Pfad erscheint zu funkeln.
Strahlt jedem entgegen der sich ihm nähert.
Grünes Leuchten wo immer die Seele gewandt ist zu reisen.
Blicke die in den Äther schweifen fähig sein werden zu sehen ein wundervolles Spiel
zwischen Giganten und Geistern.
Äste, Zweige, Blätter ragen gen Himmel gleich Händen um aufzufangen die zaghaften
Sonnenstrahlen.
Die Kobolde der Lüfte steigen empor aus den Distanzen des Unterholzes.
Tanzen auf und nieder, spielen mit den Strahlen des Lichtes.
Wer vermag zu stören diese bezaubernde Einheit zwischen Starrheit und Beweglichkeit,
zwischen Trägheit und Gewandtheit.
So gleich, doch so widersprechend.
Immerwährend zur selben Epoche spiegelt sich Wohlklang in Beständigkeit.
Dessen ungeachtet in einigen Morgendämmerungen vermag dies wundervolle Spiel zu enden.
Nun wird wechseln sich Grün in Braun.
Der Sonnenglanz betrübt durch Nebel und Wolken erhellt nur selten noch den Pfad.
Die Hände der Hünen ziehen sich zurück, folgen den Schemen in das niedere Reich der
Natur.
Hinfort das Streben nach Wärme, hinfort das Schweben in den Wellen der Helligkeit.
Selbst Giganten und Geister müssen sich der Trübung stellen.
Dunkel fliegt nun über das Gehölz.
Jedoch verklärt sich diese Finsternis in jenen Zeiten die bevorstehen.
Die Wärme schwindet, jedoch wird die Dunkelheit erleuchtet.
Kristalle, glühend und blitzend regnen vom Horizont herab, rasten auf den leblosen
Stützen der Ungetüme.
Der Pfad wird erleuchtet von weißen Flimmern.
Kälte lässt Nah und Fern erstarren in graziöser Dringlichkeit.
Wenn alles Leben unter den Gipfeln eingefroren und von Kristallen übersäet, erklingt der
Kosmos in zaghafter Stille.
Jene Dauer der Kühle wird fortan verblassen.
Die Ewigkeit wird von zeitigen Küssen der Sonne erweckt.
Schäume aus vollendetem Weiß schmelzen dahin zu Tropfen die das Reich der Geister
erbeben lassen.
Die brillante Vollkommenheit der Ruhe findet nun ihr Ende in dem zarten Schimmer neuen
Glanzes.
So keimen die Glieder der Giganten zu neuem Leben.
Anmutiges Grün sprießt aus dem dunklen Gehölz, erweckt die Seelen zu neuem Leben.
Wechsel von kargem Braun zu natürlichem Grün vollzieht sich langsam, doch stetig.
Die kleinen Gestalten erheben sich gemächlich aus ihren eisigen Stätten um zu sehen wie
der Ring des Lebens sich langsam schließt.
Giganten und Geister werden zu neuer Blüte belebt.
So vollstreckt sich eine Epoche nach der anderen.
Die Vollkommenheit und Makellosigkeit der Schöpfung findet stets Ende und Anbeginn.
(2002)
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