George Mackay Brown

The Golden Door/Die goldene Pforte
(aus: Winterfold, 1976, London)

Auf klinkte ich die Jade-Pforte
Würmer erzeugten Seide,
Ein Mädchen betastete einen Webstuhl.
Ich betrat die golden Pforte
(Wo mein Thron stand, vermorschend).
Ich durchquerte Zimmer
Von Blumen, Kannen, Schachbrettern
Und eines mit einem Springquell.
An der Spitze der schwarzen Spirale
 Sagte ein Weiser: „ Majestät,
Bereits drei Nächte sehen wir diesen Planeten.
Die Zeit ist reif 
Für Zuflucht, das Zelt in der Wüste“

                                                            II

Was irrte über die Sternenstraßen
vergangene Nacht, spät?
Es klopfte um Obdach an Pforten aus Gold, gleich einem verlorenen Knaben.
Mein Herz zog sich zusammen bei dem Bild.
Nun warte ich bei Sonnenuntergang, wieder, mit meinen Seekarten.
Zu viel des Mitternachtsweins hatte ich, vielleicht, getrunken.

                                                           III

Sind die Männer des Gesetzes gegangen
Bevor das Mädchen eintritt
Mit Wasser und einer Leuchte
Sitze ich am Fenster.
Die Sterne kommen, einer nach dem anderen.
„ Ich bin der Überbringer des Taus“.
„ Ich bin die Taube“.
„ Ich bin der Schwarm von Bienen“.
„ Ich bin das Gran Staubs vom Himmelsboden“.
„ Ich bin der Smaragd“.
„ Ich bin die Leuchte des Tempels“.
Ich grüße diese Redlichen
Die sich scharen zu meinem dunklen Fenster.
Was sollte ich sagen
Zu diesem einen Störenfried und Unbekannten?
Zwei Nächte hat er dort gestanden
Und schweigt, noch immer.
Ich denke mir eine Überschrift,
„ Wächter der Pforte des Korns“
und ein Wort :  „ Komm.“

(Übertragung: Paul Alfred Kleinert, c.2005)

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