Georg Britting

Zorn im späten Februar
(Leseprobe aus: Georg Britting - Sämtliche Werke, Band 6, "Der unverstörte Kalender")

Schön war der Föhn.  Er blies die hellen Flöten. 
Sie sind verstummt.  Und Winter herrschet jetzt. 
Die armen Hasen sind in argen Nöten:
Sie hatte schon das erste Gras geletzt!

Weiß liegt das Feld in schauerlicher Öde,
Und alle Schatten sind so schwarz wie Tusche.
Die Raben freuts.  Sie flügeln, und im Husche
Erwischen sie die Maus, und die stirbt schnöde

Unter dem scharfen Hieb der Schnabeltiere.
Nur zu, nur zu!  Erfriere Welt, erfriere,
Frier tief hinunter bis zu Krebs und Fisch,
Du letztes Lämpchen, leer von Öl, erlisch!

Komm, Eisbär, komm, und heb die weißen Tatzen!
Erfriere, Welt, an diesem Wintertag!
Ihr Wölfe kommt, und ihr, sibirische Katzen,
Kommt auch heran, weist eure wüsten Fratzen:
Heut ist es so, wies eure Seele mag!

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