Marietta Böning

Bahnhof Dehli
(Leseprobe aus: raumweise, Gedichte, 1998, Edition Das fröhliche Wohnzimmer)

Vorgelaufen in die Straßen, tags, zum Markt, zum Bahnhof, Hindufrauen, in Kastenzeichen stirngepunktet, rote Lippen, Rot- und Braungedeutete, im Frauenraum vollzogen Reihungen, vollzogene Bemalungen gereiht wie Ameisen, in Delhi, halbes Chaos, zeichenhaft und wie ein ganzes Raubgesicht die Tierreihe vor dem Bettvorleger, Züge wie ein kaschmirischer Lehrer acht Tage vorher um die Schüler rebellionsgesichtig die Züge indisch Stationierter deutet: wie Fliegen, und die Dreckflecken um einen Schlafsack, Straße, im Abenddunkel in den morgigen Lärm, gezogene Münder am Brot das auf dem indischen Schemel allein vor der geläufigen Spur die abrann und abrann die ab Teppich lief die aussah wie Rosinenkerne liniert als wäre Bewegung geronnen als wären Gesichter, dann in die Knie gezwungen statt sie abziehen zu lassen oder sie "abzuziehen" mit Mitteln, Sprühstärken, Schaumblasen; die Spuren gezeichnet zogen so früh schon die Sikhs in die Rikschas stand Militär schon stationierter gen Norden, 94, zog die Straße immerzu über die Kanten und schien sich nicht zu bewegen besaß man keine denkbaren Mittel in Delhi um diese Dreckstadt um diese Befleckung, Rosinen auf Weiss lief es darauf hinaus die ganzen braunschwarzen Linine die ein Chaos sabotiert hätten die es peranent die es von Natur aus sabotierten, Rosinen wie rote, linierte Fäden, hinaus dass der Hotel Boy eintrat ("this is a cheap hotel madam, really, this will be a cheap one") (der und die Tiere und sie) in die Knie gesunken die Züge gefroren angesichts, der den Gewaltakt vollführte, in die Knie gesunken, mit Zwang, ringend, andächtig nahezu

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