Tanz der Seelen
Der Mond wirft sein
silbernes Licht in das dunkle Schlafzimmer, in dem wir der leisen Musik lauschen, die aus
dem Radio erklingt. Engumschlungen vereinigen sich unsere Seelen, da sie sich seit langem
vertraut sind.
Wir fühlen uns nicht mehr allein, seitdem das Mondlicht diesen
Raum sanft erhellt. Wir sehen, wie das Licht feine schleierartige Gestalten an die Wände
malt, die es aber nicht sind, die wir spüren.
Siehst du, da!, flüstere ich leise, wie die
uns so liebgewordenen Seelen auf den Lichtstrahlen tanzen? Sie nehmen teil an unserem
Glück. - Schau, wie sie schweben in wiegenden Bewegungen.
Wir nehmen diese Eindrücke mit in unseren Schlaf.
Doch im Morgengrauen, als wir erwachen, sind die Seelen mit dem
Mondlicht weitergezogen. Sie warten darauf, bis es wieder seinen silbernen Glanz in diesen
Raum wirft und ihnen eine Tanzfläche anbietet.
Wir sind noch ganz gefangen von dem Erlebten, das uns
Seelenruhe schenkte und über unseren Schlaf wachte.
Irgendwann, so wissen wir, wird auch unsere Seele auf dem Mondlicht tanzen und nimmt teil am Glück des anderen.
Rezension I Buchbestellung II02 © LYRIKwelt