Gerhard Blaboll

Die Flohmårktvasen

Flohmarkt ist ein sehr nettes Wort, finde ich. Trödelmarkt, wie unsere deutschen Freunde es nennen, deutet schon viel mehr auf wertloses Zeug hin, das dort verkauft wird. Dabei kann man dort wahre Schätze entdecken, wenn man lange genug sucht.

Natürlich ist nicht immer alles in einwandfreiem Zustand, aber der Charme, der durch die „Verkaufsobjekte mit Erfahrung“ ausgestrahlt wird, der hat schon was! Und außerdem: Man kann am Flohmarkt auch handeln! Und darin bin ich als alter Orientreisender so gut wie unschlagbar, wie die folgende Geschichte zeigt:

Des Lebn bei uns am Flohmårkt håt'
weit mehr åls Ramsch im Angebot.
Natürlich: Früher wår es mehr
persönlich und familiär.

Doch selbst jetzt feilscht man då no vü
und kauft si so a Lebensgfühl
für seine eigenen vier Wänd.
(Banause, wer des „Klumpert“ nennt!)

I siech a Vasen; ganz genau
passt die zu der von meiner Frau.
I feilsch mit vü Psychologie
und bin am Schluss ganz stolz auf mi,

denn i håb nur neunzg Euro zåhlt,
obwohl der hundertfufzig wollt!
Daham stell i s‘ in Sekretär
zur andern – doch der Plåtz is leer!

Då sågt mei Frau: „Die håt mi gstört,
die håt scho längst am Flohmårkt ghört.
Dort håb i s‘ hinbråcht und – echt wåhr! –
jetzt håb i fufzehn Euro bår!“

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