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Die Dichter
(Leseprobe aus:
Die chinesische
Flöte, Nachdichtung Thu Fu (714 - 774),
2001, Yinyang-Verlag)
Horcht, wie der Windhauch durch die Bäume flüstert!
Der junge Mond ist schon zur Ruh gegangen,
Die Luft ist frisch vom holden Tau des Abends,
Nun stimmt die Seiten, - rein sei euer Lied!
Die Bäche rinnen leise durch das Dunkel,
Die Blumen küssend, die am Ufer blühen;
Der Silberglanz der Sterne dehnt sich schweigend
Zu unsern Häupten wie ein Baldachin.
Die Dichter, wie berauscht, sehn in den Abend:
Zu bunten Ketten fügen sich die Reime, -
O dass die Fackeln nicht erlöschen mögen,
Bevor die Verse prangen schwarz auf weiß!
Gestützt auf ihre breiten Schwerter, schreiben
Die Dichter ihre Rhythmen stammelnd nieder;
Die goldnen Becher leeren sich und werden
Gefüllt bis in die tiefe Mitternacht.
Dann endlich tönt das Abschiedslied. Ein jeder
Singt, was er bildete, mit holdem Klang, -
Drauf steigt man in die Kähne, rauscht von dannen,
Und selig vor Erinnrung schlägt das Herz!
Rezension I Buchbestellung I home 0I05 LYRIKwelt © Yinyang-Verlag