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Bis es wieder hell ist
(Leseprobe aus: Bis es wieder hell ist,
Roman, 2007, Nagel &
Kimche - Übertragung Maria Csollány)
Ich hatte gehofft, dass ich heute Nacht gut schlafen würde. Vera
schlief. Sie schläft immer tief, seit sie vor drei Jahren Schlaf tabletten
zu nehmen begann. Plötzlich war ich wach, wach und vollkommen
munter. Ein Ast schlug mit immer größeren Pausen an die
Verandabrüstung. Dann hörte auch das Geräusch auf. Mein Kopf war
ein einziger großer, hell erleuchteter Raum, vollkommen leer. Und
draußen Windstille, Winterdunkel. Und Veras regelmäßiges Atmen.
Ich stand auf, ging in die Küche und setzte mich mit einem Glas
Milch an den Tisch. Robert rappelte sich aus seinem Korb auf und
blieb minutenlang regungslos vor mir stehen. Da ist was, Robert,
flüsterte ich, du hast ganz richtig gesehen, aber Gott mag wissen, was
es ist.
Es wird der Scheißwinter sein. Das Einzige, was mich hier stört: Die
Winter dauern mir zu lang.
Plötzlich steht da Vera im Schlafrock vor mir mit einem Gesicht, als
ob Feuer ausgebrochen wäre. Was treibst du hier zu nachtschlafender
Zeit angezogen am Tisch?
Ja, das war natürlich sonderbar, dass ich mich angezogen hatte. Ich
stehe zwar hin und wieder nachts auf, aber dann ziehe ich gewöhnlich
meinen Morgenmantel über und schlüpfe in die Pantoffeln.
Ich konnte meinen Morgenmantel nicht finden, sagte ich deshalb. Sie
fragte, ob was los sei. Nichts, sagte ich, mir sei nur, als sei mein Kopf
durchsichtig; aus Glas oder Eis, ganz hell, obwohl ich an nichts
dächte.
Lies ein bisschen, sagte sie. Oder löse das Rätsel. Sie schob mir die
Zeitung über den Küchentisch zu. Du hast mich erschreckt, sagte sie.
Plötzlich werde ich wach, und du liegst nicht neben mir. Du darfst
dich nicht aufregen, sagte ich. Nimm noch eine halbe Schlaftablette
und geh ins Bett. Ich löse das Rätsel, und dann lege ich mich wieder
hin.
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