Rette mich, Meer, ...
Rette mich, Meer,
ich ertrinke!
Ertrinke in Erinnerungen,
in vergeblichem Warten,
und niemand wirft mir auch nur einen Strohhalm
Hoffnung zu hierher ans Ufer.
Mein Mund voller Bitterkeit einstiger Küsse,
die Flut vergangner Liebkosungen steigt über mein Haupt.
Meer,
ich komme zu dir,
damit die Wangen,
wenn sie einmal salzig werden,
von deiner schäumenden Welle
in glühender Feuchte brennen,
wenn Stöhnen,
dann von des Windes Faust,
die unerwartet in den Magen schlägt,
wenn Schmerz, dann deshalb,
weil die Sonne,
im Untergang zerfließend, qualvoll stirbt.
Rette mich, Meer,
du allein
bist größer als die Liebe,
bist weiter als die Sehnsucht
und einfacher –
gleich einer Liebkosung.
Rette mich, Meer,
ich ertrinke!
In deine Weiten muß ich mich werfen,
damit das Ufer, von Erinnerungen
zerfressen, abermals zu Festland wird.
(1961)
(Deutsch von Matthias
Knoll)
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