Kerstin Becker

Weiche Wangen, meine Birnen;
lass mich dir auf den Hals summen und einen Bissen kosten.
Anne Sexton

Sand sticht in meinen Achselhöhlen

den abgemähten verschwitzten Wiesen
wir dunkeln wir liegen in der mineralischen
Panade des Strandes auf der Härtescala
ganz unten   wir sind mit bloßen Nägeln
aufzuritzen   ein silberner Faden zittert und reißt
in deinem offenen Mund   eine unbespielbare Saite
Perlmutt  klebt auf unseren Lidern du verschwimmst
du biegst meine Schenkel mit dem Flüstern
der Geißeltierchen auf deiner Zunge   sinken wir
zwischen Wracks und Fischen und fingern
in weichen Spalten   dein Mund schmeckt nach Tang
und mir ist fast im Abgang nach Blut

Rezension I Buchbestellung I home 0I09 LYRIKwelt © K.B.