Aus der Altstadt
Die Altstadt hat keine sichtbaren
Übergänge
Sie frisst dich als Dessert.
Allabendlich spielt ein Flötist ohne
Nachnamen
Vor den Biergläsern
Und den betrunkenen Geranien die wachsen
Auf den Pflastersteinen.
Machen bunt was gestern noch grau taumelte
Machen laut was still
An den Häusermauern starb und nie wieder zurückkehrte.
Die Windkerzen auf den Tischen
Die schwarzen Röcke die weißen Blusen.
Die verlängerten Beine die nackten Schuhe und
Hände
Wie sie bedienen den runden Platz.
Ein guter Fang heute viele Lippen und ein blaues
Make-up
Die ersten Anzeichen von Küssen.
Und morgen ein Essen in koscherem Kazimierz
Mit den Juden aus Übersee.
Im Restaurant Ariel Nacht für Nacht im ewigen
Mond
Über seine Nachricht rätseln wir nicht lang
Der Sommer steht breitbeinig im warmen Juninebel.
Und lacht uns zu
Aus der Altstadt.
Rezension I Buchbestellung II05 LYRIKwelt © Artur Becker