Manhattan
Magdalena! Während du in der
Badewanne
dir die Beine rasierst, ohne Schaum und Duft,
baue ich Schiffe aus Papier und versenke sie in den Kanälen.
Ein roter Ferrari blutet in den Gassen, bremst
vor jeder Brücke,
die Polizisten stellen weiße Gitter auf und gähnen.
Was wir feiern, weiß Gott, vielleicht den Untergang von Pompeji?
Mein Führungszeugnis glänzt mit den besten
Noten;
bis jetzt bin ich ein unschuldiger Kanarier -
morde und stehle nicht, obwohl es mir in allen Fingern juckt.
Aber dein Traum ist so einfach wie eine
Allegorie:
ein Garten, geputzte Schuhe im Flur,
gelegentlich ein Kinofilm mit Robert Redford.
Und ich rede wie der große Gatsby
und lege die Dollarnoten auf die hohe Kante -
auf ein Minus folgt immer das Fragezeichen:
was wird aus uns werden?
Rezension I Buchbestellung II05 LYRIKwelt © Artur Becker