Der Eissplitter von Pat Barker, 2003, dtvPat Barker

Der Eissplitter
(Leseprobe aus:
Der Eissplitter, Roman, 2003, dtv - Übertragung Barbara Ostrop).

1.

Sie gingen den Uferpfad entlang, weg von der Stadt, und soviel sie wußten, waren sie allein.
An diesem Morgen waren sie in einer sonderbaren Stille aufgewacht. Wolken hingen tief über dem Fluß, und über dem Watt lag der Nebel wie kalter Schweiß. Der Fluß war in seinem innersten Bett zusammengeschrumpft, und Möwen strichen tief übers Wasser. Aus Häusern, Gärten und den Kleidern der wenigen Passanten war die Farbe herausgebleicht.

Sie hatten den Vormittag zu Hause verbracht, in ihren hartnäckigen Problemen herumgestochert, doch dann, kurz vor Mittag, hatte Lauren verkündet, sie müsse jetzt raus. Vielleicht wären sie besser zur Küste gefahren, doch statt dessen zogen sie Regenmäntel und Stiefel an und machten sich auf den Weg den Uferpfad entlang.

Sie lebten am Rand eines ehemals geschäftigen Hafengeländes mit Kais und Lagerhäusern, das nun heruntergekommen war und dem Abriß entgegensah. In einige der Gebäude waren Hausbesetzer eingezogen. In anderen hatten mehr oder weniger gelegen kommende Brände gewütet, und um diese Gebäude waren Stacheldrahtzäune gezogen, mit Bildern von Schäferhunden und Warnschildern: GEFAHR. BETRETEN VERBOTEN.

Tom hielt den Kopf gesenkt und hörte Lauren reden und reden; leise und beharrlich wie die Gezeiten, die gegen brüchigen Stein und morsches Holz schlagend Stückchen von Newcastle abtrugen. Reden Sie miteinander, hören Sie nicht damit auf, sagte er zu Patienten, die bei ihm Rat suchten, um ihre Ehe zu retten, oder - öfter noch - die Erlaubnis, sie sausenzulassen.

Jetzt, mit dem Zusammenbruch seiner eigenen konfrontiert, dachte er: Sei still, Lauren. Bitte, bitte, bitte sei still.

Blaue Plastikschnipsel, zerbrochene Backsteine, der abgerissene Flügel einer Möwe. Toms Blick war auf wenige Meter des löchrigen zernarbten Bodens beschränkt, auf den seine Füße rhythmisch eintraten. Alle anderen Begrenzungen waren verschwunden. Obwohl er nicht den Kopf hob, um sie zu suchen, war er sich ihres Fehlens bewußt: Die Brücke, das gegenüberliegende Flußufer, die Lagerhäuser mit den halb abgeblätterten Namen ihrer ehemaligen Besitzer. Alles war verschwunden.
Eine Möwe, größer und dunkler als die anderen, flog über sie hinweg, und er hob den Blick und folgte ihr mit den Augen. Vielleieht war es seine Betrachtung des Vogelflugs, die erklärte, warum er sich, wenn er in späteren Jahren auf diesen Tag zurücksah, an etwas erinnern sollte, das er gar nicht gesehen haben konnte: die Sicht auf den Pfad aus der Vogelperspektive. Ein Mann und eine Frau, die sich vorwärtskämpfen; der Mann schreitet voraus, will eilig entkommen, die Hände tief in die Taschen eines schwarzen Mantels geschoben; die Frau, blond, in einem beigen Mantel, der bleich mit der Farbe des Kieses verschmilzt, und sie redet, redet unaufhörlich. Die roten Lippen bewegen sich zwar, doch es dringt kein Laut heraus. In der Erinnerung verweigert er ihr seine Aufmerksamkeit, genau wie damals in der Realität. Die Perspektive erweitert sich, bis sie die ganze Szene einschließt, die nebelverhüllten Lagerhäuser, die sich wie Felsen über ihnen erheben, und jetzt taucht eine dritte Gestalt auf, tritt zwischen den heruntergekommenen Gebäuden hervor.

Es ist ein Mann. Er bleibt stehen, schaut zum Fluß, genauer gesagt zu einem kleinen Pier, der über den Schlamm hinweg zum tiefen Wasser führt, dann setzt er sich in Bewegung. In diesem Moment, in dem er in der Erinnerung etwas sieht, was er in Wirklichkeit nicht gesehen hat, friert Tom den Film ein.

In Wirklichkeit hatte Lauren damals den jungen Mann als erste entdeckt. »Schau«, sagte sie und berührte Tom am Arm.

Sie blieben stehen und beobachteten ihn, dankbar, daß etwas sie von ihren eigenen Problemen ablenkte, daß sie dem Verhalten eines anderen Menschen ein gewisses Interesse entgegenbringen, es mit einer gewissen Verwunderung registrieren konnten, denn an dem Jungen war etwas Merkwürdiges, das sie beide Sekunden im voraus erkannten, noch bevor er etwas Merkwürdiges tat. Seine Turnschuhe bissen in den Kies - das einzige Geräusch außer ihrem eigenen Atem -, und dann rutschte und schlitterte er über das morsche Holz des Piers. Am Ende des Piers bremste er ab, eine schwarze, vom Nebel verschmierte Gestalt. Sie beobachteten, wie er seinen Mantel fallen ließ, sich die Turnschuhe von den Fersen trat und das Sweatshirt über den Kopf zog.

»Was macht der da?« fragte Lauren. »Er kann doch jetzt nicht schwimmen gehen.«

Tatsächlich gab es Leute, die hier manchmal schwammen: Im Sommer sah man Jungs, die vom Ende des Piers ins Wasser sprangen, doch an einem kalten, düsteren Tag wie heute würde doch keiner schwimmen wollen. Es sah aus, als schüttete er sich Tabletten in die Hand und stopfte sie sich in den Mund. Er schleuderte das Fläschchen weg, weit aufs Wasser hinaus, doch er selbst kam noch vorher dort an. Ein flacher; kraftvoller Kopfsprung, der kaum einen Tropfen aufspritzen ließ. Gleich danach tauchte sein Kopf wieder auf, schaukelte auf den Wellen, während er vom Ufer weggezogen wurde.
Tom rannte schon, Glasscherben zertretend, an Backsteintrümmern vorbei, über Schrotthaufen springend. Kurz verlor er das Gleichgewicht und wäre fast hingefallen, doch gleich war er wieder auf und rannte weiter, das Holz des Piers tückisch glatt unter den Füßen.

Vorne angekommen schaute er, an seinen Knöpfen zerrend, ins tote Wasser hinunter und dachte: Scheiße. Und begriff, daß es das war, was man dachte, wenn man einem plötzlichen, gewaltsamen Tod begegnete. Scheiße. Das war's. Oh, Kacke. Lauren holte ihn keuchend ein und sagte nichts, weder: Tu es nicht, noch: Sei vorsichtig, noch sonst irgendwas in der Art, und er war ihr dankbar dafür. »Es ist September«, sagte er und beantwortete damit einen der Einwände, die sie hätte machen können, meinte damit, daß das Wasser nicht tödlich kalt sein würde.

Im nächsten Moment schloß ihn das Wasser ein wie ein Sarg aus Eis. Sein Ich zog sich vor Angst zusammen, wurde ein wortloser Nadelstich des Bewußtseins, als er gegen den Fluß ankämpfte, der ihn nach unten zog, herumschleuderte, ihn rechts und links ins Gesicht schlug wie ein Folterer, der sein Opfer weichmachte.

Nach den ersten paar hektischen Schwimmstößen gewöhnte er sich langsam an die Kälte. Noch kälter konnte er zumindest nicht mehr werden. Er schaute sich nach dem dunklen Kopf um, sah ihn nirgends und dachte: Gut, weil er jetzt aus dem Wasser raus konnte, die Polizei anrufen; die würde dann den Flußgrund mit Schleppnetzen absuchen oder abwarten, bis die Leiche nach oben getrieben wurde. Doch dann erblickte er den Jungen in zehn, fünfzehn Metern Entfernung, wie er langsam in der Strömung trieb.

Wasser schwappte Tom in den Mund und riß ihm die Kehle auf; dann drückte ihn die Strömung nach unten. Atembläschen gluckerten vor seinen Augen vorbei. Er stieß sich mit den Beinen zur Oberfläche hoch und kam näher an den Jungen heran. Violett angelaufenes Gesicht, von einem Schwall schwarzen Haars verdeckt. Die Strömung drohte Tom vorbeizutreiben, und er geriet in Panik, strampelte wie ein ertrinkender Hund. Dann ließ er sich nach unten sinken, und durch das dicke, braune Licht sah er verschwommen den Jungen im Wasser schweben, ein Rinnsal von Luftblasen, die seinem aufklaffenden Mund entkamen.

Tom packte ihn bei den Armen, stieß ihn nach oben und schnappte keuchend nach Luft, als sie die Oberfläche durchbrachen und auf dem Wasser trieben, während der Himmel um ihre Köpfe schwankte. Tiefe Atemzüge. Der Fluß schien ihm die Brust zusammenzudrücken. Es war ihm egal, ob der Junge am Leben oder tot war. Seine Entschlossenheit, ihn rauszuholen, war inzwischen so gedankenlos wie bei einem Hund, der ein Stöckchen aus dem Wasser holt. Die Strömung erschwerte die Wende, doch dann sah er Lauren, die den Pfad entlangrannte, und er schwamm, den Jungen im Schlepptau, die Augen voll Himmel und Flußwasser, aufs Ufer zu. Erst kam er nur langsam voran, doch dann spürte er wie durch ein Wunder das Ziehen einer anderen Strömung, die sie an Land schwemmte. Endlich trieben sie in fauliges Brackwasser, wo die Flut Müll und Gerümpel angespült hatte. Ein Einkaufswagen, verknotete Kondome, Aluschalen, Plastikflaschen.
Tom schob sich mit dem Gesicht hindurch, dem Rand des Schlammstreifens entgegen. Dicker, schwarzer, öliger, stinkender Schlamm, nicht das harmlose Zeug auf Feldwegen, das man sich am Ende des Tages von den Stiefeln kratzt, sondern ein saugender Schlick, metertief vielleicht, Gott weiß. Lauren streckte ihm die Hand entgegen.
»Komm nicht rein«, schrie er.

Ein Baum war auf das Ufer geschwemmt worden, daran hielt sie sich fest und streckte die Hand nach ihm aus. Er arbeitete sich zentimeterweise auf sie zu, wobei er sein Gewicht gleichmäßig verteilte und den Jungen hinter sich herschleppte. Der Schlamm umklammerte seine Ellbogen und Knie. Laurens nach ihm ausgespreizte Finger schienen meilenweit entfernt, und selbst wenn er sie erreichte, besaß sie nicht die Kraft, ihn und den Jungen herauszuziehen. Gestank und Geschmack des Schlamms füllten ihm Nase und Mund. Er war sich bewußt, daß er nicht sterben wollte, und daß er ganz speziell nicht auf diese Art sterben wollte. Mit wie wild in der Brust klopfendem Herzen schlängelte er sich weiter und stellte fest, daß der neue Untergrund fester war als gedacht. Lauren, die sich noch immer an dem toten Baum festhielt, war bis zu den Knien hineingewatet. Seine ausgestreckten Finger schlossen sich über den ihren, glitten ab. »Pack meinen Ärmel«, sagte sie. Er wußte, eigentlich müßte er den Mund des Jungen von Schlamm freihalten, aber da er ihn gleichzeitig herauszerren mußte, war das einfach nicht zu schaffen. Noch ein paar Zentimeter, dann konnte er Laurens Mantel fassen. Die Anstrengung erschöpfte ihn, und er lag eine Zeitlang keuchend da, bevor er weiterkroch, sich an ihr vorwärtshangelte, bis seine Hand sich um einen Ast des Baums schloß. Seinen Halt prüfend stellte er fest, daß der Baum sicher in einer Buhne verankert war, und er stand langsam auf, wobei er den Jungen hinter sich her aus dem Schlamm hievte, der ihn schließlich mit einem protestierenden Rülpser freigab. Tom lag keuchend da, Kopf und Schultern auf dem Gras, die Füße noch im Schlamm. Dann mahnte er sich, daß er noch nicht fertig war, und wandte sich dem Jungen zu.

Schwarz und schimmernd lag er da, wie ein aus Schlamm ersehaffenes Geschöpf. Lauren kniete neben ihm nieder und hielt ihm den Kopf, während Tom ihm mit dem Finger im Mund herumtastete, um zu sehen, ob die Atemwege frei waren. Dann drückte er zwei Finger auf den glitschigen Hals, doch seine Hände waren so taub vor Kälte, daß er überhaupt nichts spürte. Er suchte eine andere Stelle, drückte fester zu.

»Ja?« fragte Lauren.
»Nein.«
»Scheiße.« ´

Sofort legte sie die Hände, eine über der anderen; auf den Brustkasten des Jungen und drückte darauf. Tom kippte ihm den Kopf nach hinten, hielt ihm die Nase zu - wobei ihn ein kurzer Schauder des Ekels überraschte -, legte den Mund fest auf die erschlafften Lippen und blies seinen Atem hinein. Durch die gespreizten Finger der linken Hand spürte er das Heben des Brustkastens, kam zum Einatmen hoch, zählte und ging wieder hinunter. Der Mund des Jungen zuckte unter dem seinen, als Lauren wieder drückte. Er hörte, wie sie vor Anstrengung stöhnte. Als er diesmal hochkam, sah er sie an. Ihre Augen waren glasig, der Blick nach innen gekehrt. Wie Wehen, dachte Tom, und die Ironie der Situation war ihm so ekelhaft wie der Schlamm auf seiner Zunge. Der Junge hatte ausgesehen wie ein Baby: das Gesicht violett, das Haar naß, dieser ertrunkene Blick des Neugeborenen, das man auf den plötzlich faltigen, schwabbeligen Bauch der Mutter gelegt hat. Von Gedanken und Erinnerungen abgelenkt blies Tom zu heftig, bemerkte an dem Kampf in der Brust des Jungen, daß er den Rhythmus verloren hatte; nahm sich zusammen und zählte, bevor er wieder nach unten ging. Sein Atem stieß auf ein Hindernis in der Kehle des Jungen. Er drückte wieder die Finger auf die Halsschlagader und meinte, ein Flattern zu erspüren. »Wir haben ihn.« Sie warteten ab, Laurens Hände noch immer eine auf die andere gelegt, bereit, von vorne zu beginnen. Ein Atemzug, dann noch einer. Und ein weiterer. Ob die Farbe zurückkehrte, konnte man nicht sagen. Sein Gesicht steckte unter einer Maske aus Schlamm.

»In Ordnung«, sagte Lauren. »Drehen wir ihn um.« Gemeinsam wälzten sie ihn herum und lagerten ihn in Seitenlage. Sie stand auf, klopfte sich Kies von den Knien und sah den Pfad hinauf und hinunter, doch der Nebel war so dicht, daß die Leute zu Hause blieben, und so gab es niemanden, den man hätte um Hilfe schicken können.

»Wahrscheinlich geht es am schnellsten, wenn ich nach Hause zurücklaufe«, sagte sie.

»Nein, ich gehe.«

»Ich glaube, du solltest besser bleiben, wo du bist.«
Etwas in ihrer Stimme erschreckte ihn. Er schaute an sich hinunter und merkte, daß seine Hand in einem roten Handschuh steckte. Das Blut war auf seinen Fingern getrocknet, sie spannten und fühlten sich klebrig an. Er konnte sich nicht erinnern, sich verletzt zu haben, und empfand keinen Schmerz, doch er mußte wohl zittrig wirken, denn Lauren sagte: »Bist du sicher, daß du hier zurechtkommst?«
»Ja, geh nur.«

Er sah ihr nach, wie sie die Straße hinunter verschwand, eine hochgewachsene, blasse, blonde Gestalt, die sich rasch im Nebel auflöste, der dichter geworden war und alles überzog, metallisch riechend, nach Eisen vielleicht, oder es war das Blut auf seiner Hand. Die Augen des Jungen waren geschlossen. Tom maß seinen Puls und kehrte dann, über den scharfen Kies humpelnd, zum Pier zurück, wo er seinen Mantel und die auf einem kleinen Haufen liegenden Kleider des Jungen einsammelte. Dann stand er einen Moment lang still da und sah übers Wasser hinaus. Der Schlamm roch scharf und intensiv Er spürte, wie seine Haut sich an seiner feuchten Kleidung rieb, und er war von Glück erfüllt.
Das Hochgefühl versickerte, als er beim Zurückgehen über herabhängende Ärmel stolperte wie ein Flitterwöchner in einem altmodischen Sketch. Der Schnitt im Arm schmerzte inzwischen: Er kniete sich neben den Jungen, deckte ihn mit dem dickeren der beiden Mäntel zu, zog den anderen um sich und murmelte, während er vor- und zurückschaukelte: »Komm schon, Lauren. Komm schon.« Ihm war zu kalt, um zu denken oder zu fühlen.

Ein paar Minuten später hörte er Motorgeräusche, dann Stimmen. Er schaute auf und erblickte zwei Sanitäter in schwarzen Overalls, die eine Trage die baufälligen Stufen hinuntermanövrierten. Sie arbeiteten sich das Ufer entlang, mit den Ellbogen Weidenzweige beiseite schiebend. Gott sei Dank konnte er sich jetzt verabschieden, ein heißes Bad nehmen, einen Whisky kippen, zwei Whisky, und wieder in sein eigenes Leben einsteigen.

Eine untersetzte Frau mit kräftigen Augenbrauen traf zuerst bei ihm ein, gefolgt von einem stiernackigen Mann mit rotem Schnurrbart, beide noch atemlos vom Kampf mit der Trage die Treppe hinunter.

»Mein Gott«, sagte die Frau und kniete sich hin.
»Das war wohl nicht gerade dein Samstagmorgen, Junge?«

Sie arbeiteten schnell. Innerhalb weniger Minuten hatten sie den Mantel weggezogen, Puls und Atmung kontrolliert, ihn in Decken gehüllt und herausgefunden, daß weder Tom noch Lauren wußten, um wen es sich handelte.

»Wir waren einfach nur spazieren«, sagte Lauren. »Da hat er aber Glück gehabt.«

Vorsichtig hoben sie ihn auf die Trage. Die kleine Prozession zog am Ufer entlang. Der Kopf des Jungen war jetzt verborgen, in die Falten einer roten Decke gehüllt: ein einsamer Farbfleck vor der Ödnis des schwarzen Schlamms. Als sie die Treppe erreichten, schob Tom sich vor und half unaufdringlich beim Heben. Der Schlamm auf dem Gesicht des Jungen war inzwischen
trocken und rissig, wie eine rituelle Maske oder ein denkbar schrecklicher Fall von Schuppenflechte.
Der Krankenwagen stand in der Nähe der Treppe. Sie stapften über den Schotter und setzten die Trage kurz auf dem Boden ab, während sie die Türen öffneten. Im letzten Moment, gerade als sie die Trage hineinschieben wollten, rührte sich der Junge stöhnend.

»Dir geht's bald wieder gut«, sagte Tom und berührte seine Schulter, doch es war nicht zu erkennen, ob der Junge ihn gehört hatte.

»Wollen Sie, daß jemand nach Ihrem Schnitt da schaut?« fragte die Frau und zeigte auf Toms Arm. »Wir können Sie mitnehmen; wissen Sie, wenn Sie wollen.«
»Nein, schon gut. Ich gehe zu meinem Arzt.« «Wohin bringen Sie ihn?« fragte Lauren.
»Ins General.«

Der Motor lief. Tom bündelte die Kleider des Jungen und reichte sie der Frau hinauf. Die Türen wurden zugeschlagen. Tom und Lauren standen da und sahen zu, wie der Krankenwagen den Weg entlangruckelte, in Schlangenlinien, um den schlimmsten Schlaglöchern auszuweichen, und wie er dann, als er den glatten Asphalt erreichte, beschleunigte und hinter einer Kurve verschwand.

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