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Der Lemur
(Zitat aus:
Der Lemur, Roman, 2010, Rowohlt -
Übertragung Gerlinde Schermer-Rauwolf und Thomas Wollermann).
Der Rechercheur war ein hochgewachsener, sehr dünner junger Mann mit einem für seine Gestalt zu kleinen Kopf und einem Adamsapfel von der Größe eines Golfballs. Er trug eine randlose Brille mit nahezu unsichtbaren Gläsern, deren Spiegelung seinen großen, runden, leicht vorstehenden schwarzen Augen noch mehr Glanz verlieh. Ein blondes Ziegenbärtchen spross an seinem Kinn, und seine hohe, gewölbte Stirn war mit Aknenarben übersät. Seine Hände waren schlank und perlweiß, mit langen, spitz zulaufenden Fingern – die Hände eines Mädchens, oder zumindest Hände, wie man sie gern an Mädchen sieht. Selbst im Sitzen hing ihm der Schritt seiner schlabberigen Jeans halb zwischen den Knien. Sein nicht allzu sauberes T-Shirt trug die Aufschrift Life Sucks and Then You Die. Er sah aus wie siebzehn, war aber, so schätzte John Glass, Ende zwanzig, mindestens. Mit seinem langen Hals, dem kleinen Kopf und den großen, glänzenden Augen erinnerte er stark an irgendein exotisches Nagetier, bloß wollte Glass gerade nicht einfallen, welches.
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