Tod des Tigers
ein leuchtender See
aus Rubin
in dem schwimmt das Fell des Tigers entleert
sein jagdhartes Dickicht aus Muskeln
sein mächtiger Knochenbaum
und sein Herz, die dunkelste Frucht
verlassen den prächtig geäderten Balg
die streifenstrahlende Hülle sackt hin
ohne Ruf, ohne Sprung, ohne
dschungelzerwühlende Wucht
nur ein letztes tatzenerhobenes Wälzen
ein letzter, vor Todeswut klirrender Blick
und aus dem klippenscharf starrenden Rachen
flutet sein Atem, flutet sein Wille
flutet ein warmes, erkaltendes Meer
Rezension I Buchbestellung II01 © LYRIKwelt