Der Mann aus Stroh von Max AubMax Aub

Der Mann aus Stroh
(Leseprobe aus:
Der Mann aus Stroh, Roman, 1996, Eichborn - Übertragung Hildegart Baumgart, Albrecht Buschmann, Susanne Felkau, Stefanie Gerhold, Gustav Siebenmann)

Er hatte den Geschmack von Stroh im Mund. Von trockenem Stroh. Er zündete eine Zigarette an: Sie brannte wie eine Fackel. Nicht nur der Tabak, der ganze Mann.
Es blieb ein Haufen - ein kleiner - von Asche. Trotzdem: Die Flamme war riesig gewesen, wenn man bedenkt, daß er nicht größer als einen Meter sechzig gewesen war.
Lucia rief aus der Hütte: »Was war denn los?«
Vicente antwortete vom Hof her: »Ich weiß nicht.«
»Riechst du nichts?«
»Nein.« Vicente wußte nie Bescheid, er wollte über nichts Bescheid wissen.
Vom Meer her kam ein frischer Wind.
Er hieß Cristobal, nie betrank er sich. Vielleicht deshalb, ich weiß es nicht. Er war wirklich immer wie ein Stück Holz, blond noch dazu.
Zuweilen enden die Menschen auf höchst unerwartete Weise. Wenn nicht, wäre das Leben zu eintönig.

Rezension I Buchbestellung III02 LYRIKwelt © Eichborn/WOZ