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Hotte
(Zitat aus:
Der heilige Eddy, Roman, 2009,
Diogenes).
Eddy verlangsamte den Schritt kaum merklich, als er aus der Einfahrt in den Hof trat und die zwei Männer erblickte, die links und rechts vom Eingang zum Hinterhaus an der Mauer lehnten. Bullige, kahlrasierte Fitnessstudio-Pakete in dunklen, glänzenden Sportanzügen. Beide trugen verspiegelte Sonnenbrillen, Uhren, mit denen man mit telgroße Tiere erschlagen konnte, und einen Mann-ist-das-öd-hier-wenn-mir-doch-einerauf-den-Sack-ginge-dann-könnte-ich-ihm-wenigstens-die-Fresse-polieren-Ausdruck im harten, glattrasierten Gesicht.
Zivilpolizisten, dachte Eddy, oder Geldeintreiber.
Jedenfalls aller Wahrscheinlichkeit nach weder neue
Wartenburgstraßen-Mieter noch Klempner oder Fahrradboten.
»Einen wunderschönen guten Tag«, wünschte er, als er vor ihnen stehenblieb.
Dabei schlug er den weichen süddeutschen Singsang vieler aus der Provinz
zugewanderter Kreuzberger an und schob sich, um keinen Zweifel daran zu lassen,
mit was für einer Pfeife sie es hier zu tun hatten, die Marienkäferjutetasche
gut sichtbar vor die Brust.
»Gleichfalls«, erwiderte der eine, und der andere nickte dazu.
»Sind Sie wegen des Dachschadens da?«, fragte Eddy und wiegte auf kumpelha∫e Hey-Leutewas-geht-ab?-Weise den Kopf hin und her. Gleichzeitig registrierte er, dass sich ihre modischen, eng geschnittenen Sportjacken unter den linken Achseln ausbeulten.
»Wegen des . . .? Nein, nein, wir warten hier nur auf jemanden.«
»Ah.« Eddy lächelte, als hielte er das für eine prima Antwort. Die Männer wechselten einen Blick. Eddy wollte sichergehen, dass sie nicht auf ihn warteten.
»Weil wir nämlich seit einem Monat einen Dachschaden haben . . .«
Plötzlich lachte Eddy auf.
»Also nicht wir natürlich, nicht die Bewohner, meine ich –wir haben keinen Dachschaden, jedenfalls nicht alle, ha-ha . . .«
Eddy zog und ruckelte vor Vergnügen an den Trägern seiner Jutetasche.
». . . Verstehen Sie? Nicht wir, sondern . . .«
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