Epilog
(Leseprobe aus:
Gedichte, Schätze
der ungarischen Dichtkunst 6, 1984, Corvina
- Übertragung Markus Bieler, Annemarie
Bostroem, Géza Engl, Martin Remané).
Meinen Lebensweg, den langen,
bin ich meist zu Fuß gegangen,
ja, zu Fuß,
höchstens fuhr ich Pferdebus.
Oh, ich sah viel stolze Wagen,
Räder, Böcke, reich beschlagen,
doch - mein Eid! -
Nie empfand ich dabei Neid!
Wer darin saß, war mir gleich.
Stolz der Herr, die Dame reich,
rümpft die Nase
über mich dort auf der Straße.
Ritt vorbei ein Stutzer keck
und bespritzte mich mit Dreck,
nicht ein Wort
sagt ich, wischte stumm es fort.
Doch am Rande dort und hier
blühte manches Blümchen mir,
wenn ich's pflückte,
merkt ich, daß mir vieles glückte.
Auf dem Weg, den ich gegangen,
konnt ich vieles nicht erlangen,
manchmal mehr,
als ich suchte. Meist war's schwer.
Titel gab es ungebeten,
Ruhm, nicht immer zu vertreten.
's wär schon was,
hätt ich nur an Ehrung Spaß.
Die mich stolz und eitel hießen,
glaubten glücklich mich zu wissen.
Glück im Leben
wird's nie ohne Neider geben.
Wenn der Zweifel mich verzehrt,
ob mein Lied des Strebens wert,
brennt der Lohn
wie ein Nessushemd mich schon.
Wieviel Arbeit lag vor mir,
und wie wenig schafft ich hier,
halb und kaum...
Wie oft narrte mich ein Traum!
Bin des Lebens Weg gegangen.
Was ich liebend gern umfangen,
bracht mir's nimmer,
das verweigert es immer!
Ruh und Unabhängigkeit
und für meine Lieder Zeit
wollt ich bitten,
doch man hat es nicht gelitten.
Nur ein kühles Nest im Garten,
meine Muse zu erwarten,
mir verschrieben,
drinnen ich und meine Lieben.
Frohes Alter, rege Hände,
wie am Anfang, so am Ende:
's wär das Ganze,
daß ich wieder propfe, pflanze!
Käm es jetzt, es käm zu spät,
da es bald zur Ruhe geht.
Kannst du singen,
fliegen, selbst aus offnem Bauer,
Vogel mit gestutzten Schwingen?
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