Pornographische Novelle von Jürg Amann, 2005, Tisch7-VerlagJürg(en) Amann

Pornographische Novelle
(Leseprobe aus: PORNOGRAPHISCHE NOVELLE, XIV + XV, 2005, Tisch7-Verlag)

Dann lag ich auf ihr, sagte er. Ich deckte ihren schmaleren Körper mit meinem breiteren Körper, ihren kürzeren Körper mit meinem längeren Körper zu. Ich drehte mich auf den Rücken. Ich hatte Lust, Frau zu sein. Ich versuchte, mich weit zu machen, ich spreizte mich weit auseinander, ich zog sie zwischen meine offenen Beine. Mit den angewinkelten Unterschenkeln drängte ich sie über mich, in mich hinein, als ob das ginge. Mit den Fersen schlug ich auf ihrem Hintern den Takt. Ich schloß meine Füße über ihrem Rücken zusammen. Als es in mir zuckte, wußte ich nicht mehr, ob ich es war oder sie, ob ich in ihr war oder sie in mir, wer in wen hinein auslief, zu wem dieses prallvolle, sich entleerende Stück gehörte, das unsere Leiber verband, und wem welcher Saft.

XV

Sie lag auf mir. Sie ruhte sich aus. Ihr Kopf beschwerte meine Schulter, ihre harte Brust drückte auf meine Brust, ihr Haar hing mir über Hals und Mund, so daß ich kaum atmen konnte, ohne mich an ihr zu verschlucken. Ich bat sie, sich auf mein Gesicht zu setzen. Sie tat es. Zuerst mir zu-, dann von mir abgewandt, mit dem Rücken zu mir. Mit den Fingern blätterte ich ihre Schamfalten auseinander, mit den Händen sprengte ich ihren Hintern auf. Ich leckte sie, ihre Rinne, ihre Rosette. Ich nahm so viel von ihr in den Mund, wie ich nur konnte, saugte sie ein, lutschte sie, trank den Saft aus ihrem nassen Fleisch, kostete ihren Geschmack. Ich steckte meine Zunge in sie hinein, vorne, hinten, so tief es ging, atmete mit dem Mund an ihrem ersten, mit der Nase an ihrem zweiten Loch, weidete mich an diesem dunklen Ort, betäubte mich an seinem dumpfen Geruch. Als es nirgends mehr tiefer ging, kurz vor dem Ersticken, warf ich sie ab, sagte er.

Rezension I Buchbestellung III05 LYRIKwelt © Tisch7-Verlag