Mohammed H. Alaffi

Lassen wir neues Gras über Grass wachsen

Nehmen wir an Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn ich in der Wüste lebe

Wo die anderen wild grassieren

Wo die Bomben fallen

Wo zerschmettert wird

Nehmen wir an  Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn die frische Luft fehlt

Wo das Wasser trüb ist

Wo die müden Bäume nicht rauschen

Wo man die Vögel nicht zwitschern  lässt

Nehmen wir an Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn ich stets Angst habe

Wo ein Mensch daneben steht

Wo er sich in die Luft bombt

Wo Blut in Unmengen Gras überschwemmt

Nehmen wir an Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn ich keinen festen Boden unter den Füßen habe

Wo ich heute das eine bin, morgens das andere

Wo ich barfuß im Regen stehe

Wo die klirrende Kälte sich unverschämt durch meine Zellen zieht

Nehmen wir an Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn der Tsumani wütetet

Wo Grass und Gras durcheinander gewirbelt werden

Wo die Arche Noah eine Rettung gewesen wäre

Wo Hilferufe in den Himmel drängen

 

Nehmen wir an Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn ich  hinschaue

Wo mein Blick auch hin reicht

Wo ich auch hin gehe

Wo ich auch stehe, das Gras ist verwelkt

Kommt

Lassen wir neues Gras über Grass wachsen

Uns für eine gute Zukunft

Durch Weltoffenheit wappnen

Denn es könnte zu spät sein

Wenn wir mit Grass oder Gras

Zu lange Zeit verschnaufen

Die Gefahr besteht wirklich

Dass uns die Ajatollahs irgendwann taufen

(August 2006)

Rezension I Buchbestellung III06 LYRIKwelt © Glaré-Verlag