Lassen wir neues Gras über Grass wachsen
Nehmen wir an Grass wäre Gras
Wozu brauche ich Gras
Wenn ich in der Wüste lebe
Wo die anderen wild grassieren
Wo die Bomben fallen
Wo zerschmettert wird
Nehmen wir an Grass wäre Gras
Wozu brauche ich Gras
Wenn die frische Luft fehlt
Wo das Wasser trüb ist
Wo die müden Bäume nicht rauschen
Wo man die Vögel nicht zwitschern lässt
Nehmen wir an Grass wäre Gras
Wozu brauche ich Gras
Wenn ich stets Angst habe
Wo ein Mensch daneben steht
Wo er sich in die Luft bombt
Wo Blut in Unmengen Gras überschwemmt
Nehmen wir an Grass wäre Gras
Wozu brauche ich Gras
Wenn ich keinen festen Boden unter den Füßen habe
Wo ich heute das eine bin, morgens das andere
Wo ich barfuß im Regen stehe
Wo die klirrende Kälte sich unverschämt durch meine Zellen zieht
Nehmen wir an Grass wäre Gras
Wozu brauche ich Gras
Wenn der Tsumani wütetet
Wo Grass und Gras durcheinander gewirbelt werden
Wo die Arche Noah eine Rettung gewesen wäre
Wo Hilferufe in den Himmel drängen
Nehmen wir an Grass wäre Gras
Wozu brauche ich Gras
Wenn ich hinschaue
Wo mein Blick auch hin reicht
Wo ich auch hin gehe
Wo ich auch stehe, das Gras ist verwelkt
Kommt
Lassen wir neues Gras über Grass wachsen
Uns für eine gute Zukunft
Durch Weltoffenheit wappnen
Denn es könnte zu spät sein
Wenn wir mit Grass oder Gras
Zu lange Zeit verschnaufen
Die Gefahr besteht wirklich
Dass uns die Ajatollahs irgendwann taufen
(August 2006)
Rezension I Buchbestellung III06 LYRIKwelt © Glaré-Verlag