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Drei Herzen
(Leseprobe aus: Drei Herzen,
Roman, 2010,
Wallstein-Verlag).
Auf Power schalten. Den roten Knopf drücken. Den roten
Knopf gedrückt lassen. Den LCD ausklappen. Das
Bild auf dem LCD abwarten.
Wie es sich aufhellt, wie es sich abdunkelt. Dazwischen
verschwommene Konturen. Das Bild im Mutterleib. Vielleicht
kennen wir da schon den verschwommenen Ausblick.
Vielleicht haben wir unsere Worte da schon. Vielleicht
ist die Welt da schon klein.
Die RECORD-Anzeige blinkt. Die RECORD-Anzeige
ist rot. Der Ton ist verzerrt, das Bild verschwommen.
Nur die Tonspur läuft. Nur die Bildspur läuft. Nur die
Hautzellen sind noch nicht abgestumpft. Jede Berührung
ein elektrischer Schlag, jede Berührung das Aufleuchten
eines Bildes. Bis sich Berührungen aneinanderreihen. Jede
Berührungsserie ein Aufblinken von Bildern, jede Berührungsserie
ein Film. Jeder Film fängt irgendwann an. Jeder
Film hört irgendwann auf. Dazwischen das kleine Beben
der Bilder. Was sagt der Seismograph.
Die RECORD-Anzeige bleibt rot, die RECORD-Anzeige
blinkt.
Erst zwei hellblaue Punkte und eine Fläche aus Schwarz.
Erst verschwommen, dann klar. Joshs Augen und Pitjes
Haare. Erst in Bildbruchstücken, dann hochaufgelöst. Pitje
sagt, Nur von innen. Josh fragt, Filmst du schon. Pitje hält
etwas Hellgrünes aus Plastik vor sein Gesicht. Pitje hält
etwas Hellgrünes aus Plastik vor seine schwarzen Augen.
Davor ist das Bild unscharf. Davor ist das Bild zu dunkel.
Davor ist das Bild schwarz.
(...)
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