Heinrich von Morungen (0808)Heinrich von Morungen zum Text (Uns ist zergangen)

*ca. 1150 in Morungen/Thüringen+1222 in Leipzig

Stationen u.a.: Um 1150 auf der (alten) Burg Morungen bei Sangerhausen geboren, nach (ungesicherten) mittelalterlichen Überlieferungen Teilnahme am Kreuzzug Heinrichs des VI. 1197 und im Zuge desselben Aufenthalte in Persien (?) und Indienfahrt, längere Zeit Ministeriale des Markgrafen Dietrich IV. von Meißen, seit 1213 als „miles emeritus“ zu Leipzig bezeugt, nach Überschreibung von Besitzungen aus der dortigen Gegend an das Leipziger Thomaskloster Eintritt in das Kloster 1217 und 1222 Tod daselbst. Grablege auf dem alten Thomaskirchhof direkt an der Kirche. Minne als magische Macht, die zu Krankheit, Wahnsinn und Tod, jedoch ebenso zu höchstem Jubel führen kann, kennzeichnet den Sang Heinrichs. Ausgesprochen persönliche Ansprache der erwählten Dame mit Kennzeichnungen gegenseitiger Verantwortung – in dieser Art einzig unter den Minne Sängern.

Arbeitsgebiete: Minnegesang

Auszeichnungen/Ehrungen/Preise (Auswahl): Höfische Ehrungen und entsprechender Lebenserhalt, Verbindung mit umlaufenden Legenden in der Ballade „ Vom edelen Möringer“ aus dem 14. Jahrhundert.

Veröffentlichungen (Auswahl): (Text – und Nachdichtungsausgaben): Manesse’sche Liederhandschrift (um 1300). Weingartner Liederhandschrift (um 1300). Goldast’sche Ausgabe (1604). Ausgabe von Bodmer und Breitinger (1748). „Minnelieder aus dem schwäbischen Zeitalter“ (1803, hrsg. von Johann Ludwig Tieck). „Deutsche Liederdichter des 12., 13. und 14. Jahrhunderts“ (1838, hrsg. von der Hagen). „Lieder der Minnesinger“ (1857, hrsg. von Karl Simrock). „Des Minnesanges Frühling“ (1857 und 1875, hrsg. von Karl Lachmann/ Moritz Haupt). „Deutsche Liederdichter des 12.- 14. Jahrhunderts“ (1886, hrsg. von Bartsch). „deutscher Minnesang“ (1889, hrsg. von Obermann). „Heinrich von Morungen“ (1923, hrsg. von Carl von Kraus). „Heinrich von Morungen“ (1975 und 2.1992, sehr schöne bilinguale Ausgabe, aus der auch unser Textbeispiel stammt, hrsg. Helmut Tervooren).

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