Ursula Niehaus
*1965 in Köln/Nordrhein-Westfalen, lebt und arbeitet in Rheinland-Pfalz
Stationen u.a.: Mit einem Stoffgeschäft selbständig.
Arbeitsgebiete: Gedicht, Erzählung, Roman
Auszeichnungen/Ehrungen/Preise (Auswahl): -
Veröffentlichungen (Auswahl): Die Seidenweberin, Roman (2007, Knaur).
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22.01.2008 /, WP, Von Andreas ThiemannFrauenschicksal als
großes Sittengemälde
Mit ihrem opulenten Mittelalterroman "Die Seidenweberin" ist Ursula
Niehaus ein sehr beachtliches Literaturdebüt gelungen.
Die 42-jährige Rheinländerin erzählt höchst einfühlsam vom Schicksal einer
jungen, tapferen Frau, die sich in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Köln
als Seidenweberin ausbilden lässt und daraufhin dann eine eindrucksvolle
Karriere in ihrem Beruf sowie auch ihrem Privatleben startet.
Dass die Autorin selbst eine regelrechte Leidenschaft für Stoffe und ihre
Herstellung pflegt, ist zum einen eine fachlich solide Grundlage dieses Romans,
führt andererseits aber auch zu gewissen Längen, wenn die jeweiligen
Beschreibungen der verschiedenen Techniken und Herstellungsvorgänge allzu
detailverliebt vorgetragen werden. Hier hätte das immerhin knapp 640 Seiten
umfassende Buch durchaus ein paar beherzte Straffungen vertragen können.
Wer sich allerdings durch diese Passagen durchliest, wird mit einer spannenden
Handlung entschädigt, in deren Verlauf es manche Überraschungen gibt. Zugleich
entsteht auch ein facettenreiches und sehr interessantes Zeitgemälde des
Zunftwesens im mittelalterlichen Köln. Die Stellung der Frau gerade im Bereich
der Seidenweberei darf dabei als vorbildlich und erstaunlich modern bewertet
werden. Abseits historischer Fakten schreibt Ursula Niehaus zudem über die
Kunst des Durchhaltens auch in schweren, schier aussichtslos erscheinenden
Situationen. "Die Seidenweberin" ist gute Unterhaltungsliteratur.
Ursula Niehaus: Seidenweberin