Selma Meerbaum-Eisinger, Foto:HoCa (hf0708)Selma Meerbaum-Eisinger (links) mit einer Freundin, Foto:HoCa (hf0209)Selma Meerbaum-Eisinger zum Text (Schlaflied für dich) zum Text (Das Glück) zum Text (Stefan Zweig) zum Text (Schlaflied für die Sehnsucht) zum Text (Poem) Hintergrund-Information: Gedicht der Woche: Selma Meerbaum-Eisinger

*15.August 1924 in Czernowitz/Bukowina, +16.Dezember 1942 im SS-Arbeitslager Michailowska jenseits des Bug/Ukraine

Stationen u.a.: Mit seinen 57 überlieferten Gedichten, die es ab dem 15. Lebensjahr schrieb und überwiegend dem Freund Lejser Fichman wirdmete, hinterließ das deutschsprachige jüdische Mädchen ein Stück Weltliteratur. Namhafte KünstlerInnen wie Iris Berben, Ute Lemper, Reinhard Mey, Herman van Veen u.v.a. haben Selma Meerbaum-Eisingers Gedichte für CD-Produktionen interpretiert und vertont.

Selma war die Tochter des Ladenbesitzers Max Meerbaum. Er starb schon 1926, und die Witwe heiratete Leo Eisinger. Sie alle waren deutschsprachige Juden aus der rumänischen Stadt Czernowitz, aus der auch der von den Nationalsozialisten verfolgte Dichter
Paul Celan und die Schriftstellerin Rose Ausländer stammten. 1942 wurde Selma von den Nazis mit Hilfe der Reichsbahn deportiert. Ihr gelang zwar zunächst die Flucht aus dem Ghetto, kam aber nach ihrer erneuten Zwangsverschleppung ins Konzentrationslager Michailowska, wo sie mit nur 18 Jahren an Flecktypus starb und irgendwo verscharrt wurde.

Ihre Gedichte, die der um ein Jahr ältere und innig geliebte Freund Lejser Fichman 1944 kurz vor seiner Flucht nach Palästina, bei der er tragisch ums Leben kam, einer Freundin Selmas anvertraute und somit vor der Vernichtung rettete, wurden erst 1980 entdeckt und von dem Journalisten und Autor Jürgen Serke bei Hoffmann und Campe erstmals veröffentlicht. Selma Meerbaum-Eisinger hatte sie zwischen Mai 1939 und Dezember 1941 mit Bleistift aufgeschrieben und in einem Album unter dem Titel „Blütenlese“ zusammengefasst. Serke beschreibt in seinem nun schon in 2. Auflage erschienenen Buch „Ich bin in Sehnsucht eingehüllt“ den unglaublichen Weg des vergilbten Albums und seine glückliche Wiederentdeckung.

Die Schriftstellerin Hilde Domin war es, die 1980
Jürgen Serke auf die wunderbare Liebes- und Naturlyrik aufmerksam machte. „Es ist eine Lyrik, die man weinend vor Aufregung liest: so rein, so schön, so hell und so bedroht“, beschrieb Hilde Domin damals Selmas sprachliche Kunstwerke, die bis heute von ihrer Anziehungskraft nichts verloren haben.

Ohne das Tagebuch „Laßt mich leben“ des Malers Arnold Daghani allerdings wäre unbekannt geblieben, wo und wann Selma, wo und wie die Eltern des Dichters
Paul Celan ums Leben gekommen sind. Selma war die Cousine Celans und über ihre Mutter mit ihm verwandt. (© Hermann Henkel)

Arbeitsgebiete: Gedicht

Auszeichnungen/Ehrungen/Preise (Auswahl): -

Veröffentlichungen (Auswahl): Blütenlese, Gedichte (1979). Ich bin in Sehnsucht eingehüllt, Gedichte eines jüdischen Mädchens an seinen Freund (1980, Hoffmann und Campe/2005, S. Fischer, hrsg. von Jürgen Serke). Du, weißt du, wie ein Rabe schreit?, Gedichte (2013, Rimnbaud-Verlag).

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