Bernd Jentzsch, Foto: ©Helmut Doll

Bernd Jentzsch zum Text (Im stillen Dorf) zum Text (Zwei Leiber) zum Text (Schreie) zum Text (Große Danksagung)

*27.Januar 1940 in Plauen/Vogtland, lebt und arbeitet in Euskirchen/Nordrhein-Westfalen

Stationen u.a.: Aufgewachsen in Chemnitz; 1960-65 Studium der Germanistik und Kunstgeschichte in Leipzig und Jena; 1965-76 Verlagslektor und freischaffender Schriftsteller in Ostberlin. 1967-77 Gründer und Herausgeber der internationalen Lyrikreihe "Poesiealbum". Ab 1974 Initiator gesamtdeutscher Schriftstellertreffen in seiner und anderen privaten Wohnungen; 1976-86 nach einem Offenen Brief an Honecker - wegen der Ausbürgerung Wolf Biermanns - politisches Exil in der Schweiz; 1977-99 [sic!] von Armeegeneral Mielke zur »internationalen Fahndung, Festnahme und sofortigen Vorführung« ausgeschrieben, Ankündigung eines Strafprozesses wegen »Boykotthetze« mit einem zu erwartendem Strafmaß von 6 bis 8 Jahren Zuchthaus. 1982 Gastprofessur in Oberlin/Ohio, USA. Löst 1990 den Schriftstellerverband der DDR auf. 1992-99 Gründungsdirektor des Deutschen Literaturinstituts Leipzig, Professur für Poetik.

Arbeitsgebiete: Gedicht, Erzählung, Kinderbuch, Essay, Radiotexte und Fernsehfilme, Übertragung, Herausgabe

Poesiealbum: 1967-77 Begründer und Herausgeber der internationalen Lyrikreihe (122 Bände); die Reihe, in der zahlreiche Erstausgaben für die DDR erscheinen, hat Abonnenten in 22 Ländern und erreicht bis 1976 eine Verkaufslauflage von über 2 500 000 Exemplaren. Die für 1976 vorgesehene Auszeichnung des Autors mit dem Heinrich Heine-Preis wird aus politischen Gründen widerrufen.

Auszeichnungen/Ehrungen/Preise (Auswahl): Johannes Bobrowski-Medaille (1968). Werkpreis des Kanton Zürich (1978). Förderpreis des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie (1982). Werkpreis des Kanton Solothurn (1985). Literatur-Stipendium der Märkischen Kulturkonferenz (1987). Professor für Poetik (1992). Eichendorff-Literaturpreis (1994). Sächsischer Kultursenator, Vizepräsident des Deutschen PEN-Zentrums (West).
- Mitglied im P.E.N., Mitglied der Freien Akademie der Künste zu Leipzig und Gründungsmitglied der Sächsischen Akademie der Künste.

Veröffentlichungen (Auswahl): Mehr als 30 Bücher, etwa 250 Editionen; Gedichtbände: Alphabet des Morgens, Gedichte (1961). Jungfer im Grünen und andere Geschichten (1973, Hanser). Ratsch und ade!, Sieben jugendfreie Erzählungen (1975, Hanser). In stärkerem Maße/Med växande styrka, Gedichte deutsch/schwedisch (1977). Quartiermachen, Gedichte (1978, Heyne/1987, Hanser). Irrwisch, Ein Gedicht (1981). Fernsehübertragung vom Schlachtfeld (1983). Gedichteträumer, biografischer Essay über Rudolf Leonhard (1984). Poesiealbum 276:Bernd Jentzsch (1991). Von der visuellen Wohlhabenheit, Der Autor und seine buchästhetischen Vorstellungen (1998, Beck). Erotisches Meer, Gedichte (2007, Verlag Unartig/Zeitzeichen). Baukasten für einen Partei-Apparat (2007). Zählung der wilden Hunde (2007).

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