Paul Celan,Paßfoto 1938, Foto:wikipedia.org (hf0209)Paul Celan zum Text (Psalm) zum Text (Todesfuge) zum Text (Auf Reisen) zum Text (Initiation)
(Paul Antschel)

*23. November 1920 in Czernowitz /Bukowina, +20.April/1.Mai 1970 in Paris/Frankreich

Stationen u.a.: Sohn deutschsprachiger jüdischer Eltern. Cousin von Selma Meerbaum-Eisinger. Schulfreund von Immanuel Weißglas. 1939 Vorbereitender Kurs zum Studium der Medizin in Tours. Rückkehr nach Czernowitz. 1942/43 im rumänischen Arbeitslager. Ändert 1947 seinen Familiennamen. 1947 Flucht nach Wien und 1948 weiter nach Paris. 1950 Studium der Sprachwissenschaft und Germanistik in Paris. Lektor, Sprachlehrer und Übersetzer. 1952 Heirat mit Alix Marie Gisèle de Lestrange. 1952 Reise nach Nienburg zur Tagung der "Gruppe 47". 1953-62 geheime Beziehung zu Brigitta Eisenreich, der Schwester von Herbert Eisenreich. 1959 wird er französischer Staatsbürger. 1963 Begegnung mit Gisela Dischner. 1963 erstmals Einweisung in eine psychatrische Klinik. 1965 versucht er seine Frau zu töten. Claire Goll wirft ihm vor, er habe Ivan Goll plagiiert, was sich allerdings als unwahr herausstellt. 1958 Reise durch Deutschland, u.a. Frankfurt/Main, Kiel. 1967 verletzt er sich mit einem Messer. 1970 letzte Reise nach Deutschland. Freitod durch Ertränken in der Seine in Paris. Wird am 12.Mai 1970 bestattet.

Arbeitsgebiete: Lyrik, Übersetzung

Auszeichnungen/Ehrungen/Preise (Auswahl): Georg Büchner-Preis, Darmstadt (1960). Ein Übersetzerpreis wird nach ihm benannt.

Veröffentlichungen (Auswahl): Der Sand aus den Urnen, Gedichte (1948). Mohn und Gedächtnis, Gedichte (1952/2012, DVA). Von Schwelle zu Schwelle, Gedichte (1955, DVA). Sprachgitter, Gedichte (1959). Gespräch im Gebirg, Prosa (1959). Sprachgitter, Gedichte (1959). Die Niemandsrose, Gedichte (1963). Atemwende, Gedichte (1967). Fadensonnen, Gedichte (1968, Suhrkamp). Zeitgehöft, Späte Gedichte aus dem Nachlaß (1976, Suhrkamp). Paul Celan und Gisela Dischner:Briefe aus den Jahren 1965-70 (1996, Privatverlag). Celan wiederlesen, Gedichte,1998, Lyrik-Kabinett). Todesfuge (1999, Rimbaud). Unverloren. Trotz allem, Fachleute über Celan (2000, Mandelbaum-Verlag). Paul Celan/Hanne und Hermann Lenz. Briefwechsel, (2000, Suhrkamp, hrsg. von Barbara Wiedemann und Hanne Lenz). Paul Celan-Die Goll-Affäre (2000, Suhrkamp, hrsg. von Barbara Wiedemann). Celan, Oper von Peter Ruzicka (2001, Dresden). Eine Hand voller Stunden, Gedichte (dtv). Briefwechsel Celan-Shmueli (2004, Suhrkamp, hrsg. von Ilana Shmueli und Thomas Sparr). Die Gedichte, kommentierte Gesamtausgabe (2005, Suhrkamp). Paul Celan/Peter Szondi, Briefwechsel, Mit Briefen von Gisèle Celan-Lestrange an Peter Szondi und Auszügen aus dem Briefwechsel zwischen Peter Szondi und Jean und Mayotte Bollack (2005, Suhrkamp, hrsg. von Christoph König). Ingeborg Bachmann:Paul Celan, Herzzeit, Der Briefwechsel 2008, Suhrkamp).

Sekundärliteratur (Auswahl): Paul Celan, Ein Biographie seiner Jugend (1983, Suhrkamp TB, hrsg. von Israel Chalfen). Word Traces:Readings of Paul Celan (1994, von Aris Fioretos). Orte Paul Celans (1996, von Helmut Böttiger). Paul Celan, Biographie (1997, Beck, hrsg. von John Fesltiner). Briefwechsel.Paul Celan/Gisèle Celan-Lestrange (2001, Suhrkamp, 2-bändig, hrsg. von Bertrand Badiou - Übertragung Eugen Helmlé). Paul Celan und Erich Eichhorn: Eichhorn, du wisst um die Steine, Briefwechsel (2001, Friedenauer Presse, hrsg. von Marina Dmitrieva-Einhorn). Im Zeithof.Celan-Provokationen (2001, Stroemfeld Verlag, hrsg. von Roland Reuß). Traumadeutung, Die Erfahrung der Moderne bei Charles Baudelaire und Paul Celan (2002, Suhrkamp TB, hrsg. von Ulrich Baer, Übertragung von Johanna Bodenstab). Hörreste, Sehreste.Das literarische Fragment bei Büchner, Kafka, Benn und Celan, Habilitationsschrift (2002, Böhlau Verlag, von Michael Braun). Wie man Gedichte und Landschaften liest: Celan am Meer (2006, Marebuchverlag, von Helmut Böttiger). Celans Kreidestern, Ein Bericht (2010, Suhrkamp, von Brigitta Eisenreich).

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