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| Foto: Anita Schiffer-Fuchs www.foto-poklekowski.de |
Jerzy Georg "Jurek" Becker
*30.September 1937 in Lodz/Polen, +14.März 1997 in Sieseby/Schleswig Holstein
Stationen u.a.: Seine Geburtsurkunde geht im Krieg verloren. Das Jahr 1937 wird von seinem Vater als Geburtsjahr angegeben. Er hat seinen Sohn "älter gemacht", um ihn vor der Deportation zu bewahren. Überlebt den Holocaust. 1945 Übersiedlung in die DDR. Becker erlernt die deutsche Sprache. Lebenslange Freundschaft mit dem Schauspieler Manfred Krug. 1957-60 Studium Philosophie an der Humboldt-Universität in Berlin. 1960 Ausschluß vom Studium aus politischen Gründen. 1960 Studium an der Filmhochschule Babelsberg. 1961-77 Ehe mit Erika Hüttig. Ab 1977 freier Schriftsteller. 1976 Protest gegen den Ausschluß von Rainer Kunze aus dem Schriftstellerverband und der Ausbürgerung von Wolf Biermann. Daraufhin wird er aus der SED und aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen. 1977 verlässt er die DDR und kommt über die USA als Gastprofessor an die Gesamthochschule nach Essen. Übersiedlung nach West-Berlin. 1981 Gastprofessor in Augsburg. 1986 Heirat mit Christine Harsch-Niemeyer. 1989 Poetikvorlesungen an der Universität Frankfurt/Main. Stirbt an einem Krebsleiden.
Arbeitsgebiete: Erzählung, Roman, Drehbuch
Auszeichnungen/Ehrungen/Preise (Auswahl):
Charles Veillon-Preis (1971). Heinrich
Mann-Preis der DDR
(1971). Bremer Literaturpreis (1973). Nationalpreis der DDR (1975). Adolf Grimme-Preis (1986).
- Mitglied der Freien Deutschen Jugend (FDJ),
1957-77 Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), ab 1972
Mitglied im PEN-Zentrum der DDR, 1973-77 Mitglied des Schriftstellerverbandes
der DDR, ab 1983 Mitglied der Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt
und ab 1990 Mitglied der Akademie der Künste zu Berlin.
Veröffentlichungen (Auswahl):
Jakob, der Lügner, Roman (1968/1982, Suhrkamp). Irreführung der Behörden, Roman (1973). Der Boxer, Roman (1976). Schlaflose Tage, Roman (1978). Nach der ersten Zukunft, Erzählungen (1980/1983, Suhrkamp). Aller Welt Freund, Roman (1983). Bronsteins Kinder, Roman (1986, Suhrkamp). Liebling Kreuzberg, TV-Serie (1986). Amanda herzlos, Roman (1992, Suhrkamp). Wir sind auch nur ein Volk, Fernsehsatire (1994). Ende des Größenwahns, Aufsätze+Vorträge (1996). Ihr Unvergleichlichen, Briefe (2004, Suhrkamp, hrsg. von Christine Becker und Joanna Obrusnik). Lieber Johnny, Postkarten an seinen Sohn Jonathan (2004, Ullstein, hrsg. von Trude Trunk). Mein Vater, die Deutschen und ich, Aufsätze, Vorträge, Interviews (2007, Suhrkamp).Sekundärliteratur (Auswahl): Jurek Becker, Die Biografie (2002, Ullstein, hrsg. von Sander L. Gilman). Jurek Becker. Leben, Werk, Wirkung (2008, Suhrkamp BasisBiographie, von Olaf Kutzmutz)
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