Liste der
Alfred Müller-Felsenburg-PreisträgerInnen
*)
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Der "Alfred-Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur" ist ein Literaturpreis,
der im Mai 1988 von Hans-Werner Gey initiiert
und anfänglich von Ulrich Schödlbauer unterstützt wurde und am 25.6.1988 erstmals,
und seitdem jährlich verliehen wird.

Der 1. Alfred-Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur wird am 25.Juni 1988 von Ulrich Schödlbauer (2.v.links) und Alfred Müller-Felsenburg (rechts) an Fritz Nagel (Mitte) im Hagener Cafe Bock überreicht. Foto: privat (hf0910)

Die Stifter legten folgendes fest:
"Niemand kann sich um den Preis bewerben!
Die Auswahlkriterien unterliegen allein den Mitgliedern des
"Sekretariats des Alfred-Müller-Felsenburg-Preises für aufrechte Literatur".

Arbeiten von Frauen und Männern der näheren und weiteren Literaturszene
sollten nach Ansicht der Stifter und des Namengebers eine Glaubhafte Gesinnung ausstrahlen
und nicht minder ein überzeugendes schriftstellerisches Niveau haben.
Dem Geschmack der Prüfer müßte indes genügend Rechnung getragen werden.

Der Begriff "aufrechte Literatur" impliziert die Aufrichtigkeit eines Literaten ebenso,
wie es den "aufrechten Gang", also das charakterlich ungebrochene Rückgrat eines Menschen widerspiegelt.
Es sollen Leute ausgewählt werden, die nach dem Dafürhalten der Jury von den Kritikern übersehen worden waren und sind.
Geschlecht, Alter, Herkunft, Nationalität, Religionszugehörigkeit etc. sollen nur dann von Belang sein,
wenn gleichzeitig Menschenrecht- und würde bei den zu ermittelnden Preisträgerinnen und Preisträgern zu den unverzichtbaren Gütern gehörten und gehören.
Rassisten, Chauvinisten, religiöse Fanatiker etc. kommen also nicht in Betracht. Das Ganze, gewissermaßen ein Antipreis, läßt deutlich werden:
Nicht die Höhe einer ausgesetzten Geldsumme ist erforderlich, um berufliche und charakterliche Qualität eines Menschen
im Raume des literarischen Tuns zu loben und zu ehren!"

Der Alfred-Müller-Felsenburg-Preis ist nicht mit einer Geldsumme,
sondern mit einer Urkunde und einer "Flasche ehrlichen Landweins" dotiert.

Eine mehrköpfige Jury wählt den Preisträger aus einer Vorschlagsliste aus.
Wichtiges Kriterium für die Auswahl ist die "aufrechte Literatur",
d.h. Literatur in der Dinge wie Zivilcourage im Mittelpunkt stehen.

Während anfangs die Preisverleihungen an wechselnden Orten, zu denen der jeweilige Preisträger einen besonderen Bezug hat,
durchgeführt wurden, fanden sie seit Ende der 1990er Jahre bis 2007 regelmäßig in Hagen statt.

Seit dem Jahr 2009 erfolgt die Vergabe des Alfred-Müller-Felsenburg-Preis mit Unterstützung des Projekts "literaturland westfalen" des Westf. Literaturbüros in Unna
durch die www.lyrikwelt.de, und ab 2015 leitet der Lyriker Thorsten Trelenberg das Sekretariat für den Alfred-Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur,
Große Marktstr. 1, D-58239 Schwerte
!

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1988

Fritz Nagel (Hagen) Hintergrund-Information: Fritz Nagel erhält den ersten Alfred-Müller-Felsenburg-Preis

1989

Nevzat Yalcin (Halver)

1990

Ilse Bintig (Hamm)

1991

Heinz Nattkämper (Gladbeck)

1992

Christof Wackernagel (Bochum)

1993

Saliha Scheinhardt (Offenbach)

1994

Carlo Ross (Regensburg/Hagen) Hintergrund-Information: Carlo Ross erhält den Alfred-Müller-Felsenburg-Preis 1994

1995

Mutter Marie Therese Linssen (Mechernich)

1996

Michael Klaus (Gelsenkirchen)

1997

Hans Steinacker (Witten)

1998

Stephanie Gehrcke (Hamburg)

1999

Vera Lebert-Hinze (Hilchenbach)

2000

Otti Pfeiffer (Herdecke) und
Arthur Japin (Niederlande)

2001

Peter Schütze (Detmold/Hagen) und
Anna Maria Sigmund (Österreich)

2002

Edith Linvers (Recklinghausen) und
Martin Bormann (Herdecke)

2003

Christoph Rösner (Hagen) und
Liselotte Funcke (Hagen)

2004

Petra Holtmann (Hagen) und
Horst Kniese (Hagen)

2005

Angelika Schröder (Hagen) und
Hans Claßen (Arnsberg)

2006

Annette Gonserowski (Kierspe) und
Hermann Multhaupt (Paderborn) Hintergrund-Information: Annette Gonserowski und Hermann Multhaupt erhalten den Alfred-Müller-Felsenburg-Preis 2006

2007

Linde Rotta (Leipzig) und
Alfred Müller-Felsenburg (Hagen/Gevelsberg) Hintergrund-Information: Linde Rotta und Alfred Müller-Felsenburg erhalten den Alfred-Müller-Felsenburg-Preis 2007.

2008

Im Todesjahr von Alfred Müller-Felsenburg erfolgte keine Vergabe!

2009

Paul Alfred Kleinert (Berlin) und
Sándor Tatár (Budapest) Hintergrund-Information: AMF-Preiserleihung 2009 in Berlin an Paul Alfred Kleinert und Sándor Tatár

2010

Horst W. Nägele (Dänemark) Hintergrund-Information: Horst Nägele ehrält den Alfred-Müller-Felsenburg-Preis 2010

2011

Kirsten Niesler (Gevelsberg) und
Martin Cern (Gevelsberg)
Hintergrund-Information: AMF-Preiserleihung 2011 in Gevelsberg an Kirsten Niesler und Martin Cern

2012

Thorsten Trelenberg (Schwerte) Hintergrund-Information: Thorsten Trelenberg erhält den Alfred-Müller-Felsenburg-Preis 2012

2013

Michael Starcke (Bochum) Hintergrund-Information: Michael Starcke erhält den Alfred-Müller-Felsenburg-Preis 2013

2014

Udo Weinbörner (Meckenheim) Hintergrund-Information: Udo Weinbörner erhält den Alfred-Müller-Felsenburg-Preis 2014

2015 Andrea Röpke Hintergrund-Information: Andrea Röpke erhält den Alfred-Müller-Felsenburg-Preis 2015
Sonderpreis: Hans-Werner Gey
2016

Safiye Can (Offenbach) Hintergrund-Information: Safiye Can erhält den Alfred-Müller-Felsenburg-Preis 2016

2017 .

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Und das schreibt Armgara Seegers am 24.6.2009
im Hamburger Abendblatt zum Thema "Literaturpreise":

Wenn aus der Pflege der Literatur ein Pflegefall wird
In Klagenfurt startet der wichtige Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Aber nicht jede Autorenförderung ist wirklich sinnvoll.

Hamburg. Morgen beginnt in Klagenfurt der Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, der wichtigste deutschsprachige Literaturwettbewerb des Jahres. Wer von den 14 Autoren, die die sieben Juroren eingeladen haben, aus dem dreitägigen Lesemarathon als Sieger hervorgeht, der bekommt nicht nur ein Preisgeld von 25 000 Euro, sondern gilt auch als literarisch etabliert. Literaturförderung dieser Art ist sinnvoll und notwendig. Das trifft aber nicht auf alles zu, was hierzulande an Autorenförderung stattfindet.

Manchmal hat man den Eindruck, als gäbe es in unserem Land mehr Literaturpreise als Schriftsteller. Mehr als 1000 Preise, Aufenthalts- und Arbeitsstipendien werden jährlich vergeben. Das macht rein rechnerisch drei Preisreden und drei Dankesreden im Namen der Literatur. Täglich. Gibt es Öderes? Und wozu dienen eigentlich all diese Preise, nach deren Berechtigung kaum jemand fragt?

Unumstritten sind Auszeichnungen wie der "Deutsche Buchpreis", der im Oktober, vor Beginn der Frankfurter Buchmesse, den besten Roman deutscher Sprache herausheben soll. Seit seiner ersten Vergabe im Jahr 2005 hat der mit 25 000 Euro dotierte und vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels gestiftete Preis jeweils für enorme Auflagen- und Verkaufssteigerungen der prämierten Werke und für den Ruhm der Autoren gesorgt.

Jedenfalls ist er unter den zahllosen Literaturpreisen beinahe der einzige, der ein wirkungsvolles Instrument zur Verkaufsförderung ist und von ausländischen Verlagen, wenn es um Lizenzvergaben geht, beachtet wird. Der "Preis der Leipziger Buchmesse" ist ebenfalls bedeutend, bleibt aber fast ohne vergleichbare verkaufstechnische Wirkung.

Echte Anerkennung ist natürlich auch mit Auszeichnungen wie dem Büchner-, Kleist-, Heine-, Breitbach- oder Goethepreis verbunden.

Für Literaturförderung werden in Deutschland mehr als 55 Millionen Euro jährlich ausgegeben. Hinzu kommen unzählige Wettbewerbe, bei denen insgesamt rund fünf Millionen Euro vergeben werden. Allein der Deutsche Literaturfonds fördert jährlich mit mehr als einer Million Euro literarische Werke. Jedes Bundesland vergibt Arbeits- und Jahresstipendien. Manch ein Ort auch noch Aufenthaltsstipendien an Stadtschreiber. Ein bekannter Autor, dem dieses Amt kürzlich angetragen wurde, jammerte nur: "Ich lass mich in dem Kaff bestimmt nicht oft sehen." Zahllose Regionen, Städte und Ortschaften verleihen Literaturpreise, zumeist zwischen 2000 und 10 000 Euro dotiert. Festivals und Messen, private Stifter und Stiftungen vergeben literarische Auszeichnungen.

Darunter sind dann auch solche - und hier seien nur einige genannt - wie der Augspurg-Heymann-Preis für couragierte Lesben oder der Alfred-Müller-Felsenburg-Preis für "aufrechte Literatur". Oder der AMF-Preis. Er ist mit einer Urkunde und einer Flasche "ehrlichen" Landweins dotiert. Ist das noch ernst gemeint oder schon ein Witz, eine Satire, wie von Loriot erfunden? Oder der Heinrich-Schmidt-Barrien-Preis für Personen, die sich um die niederdeutsche Sprache verdient gemacht haben. Als Auszeichnung bekommt der Gewinner einen Wanderpokal in Form einer Büste des namensgebenden Schriftstellers überreicht. Wer einigermaßen normal empfindet, stellt sie in den Abstellraum - neben unerwünschte Weihnachtsgeschenke wie handgestrickte Puppen oder Zinnteller.

Braucht man Literaturpreise, die, wie der mit 3000 Euro dotierte Gesswein-Preis, nur an Autorinnen und Autoren geht, deren Texte in autorisierter deutscher Fassung vorliegen und die in Österreich geboren wurden oder in Österreich ihren Wohnsitz resp. Lebensmittelpunkt haben?

Es gibt eigentlich für alle und jeden einen passenden Literaturpreis, man muss ihn nur finden. Auszeichnungen, die so ausdifferenziert sind, dass - überspitzt formuliert - ein schwäbisch schreibender Bartträger, der Lyrik über Korbblütler formuliert, gezielt gefördert werden kann.

Nun mag es schön sein, dass der Literaturproduktion in unserem Land so viel Anerkennung gezollt wird, dass jeder, der ein Buch schreiben will, eine passende Förderung bekommen kann (insbesondere heutzutage, da sogar Menschen eine staatliche Prämie bekommen, die sich ein neues Auto kaufen wollen).

Andererseits sieht so viel Subventionsförderung schwer nach Krankengeld aus. Geld, das man einer maroden Branche, einer kränkelnden Spezies zukommen lässt, weil sie es offenbar alleine nicht schafft, Qualität von Quantität zu unterscheiden. Aus der Literaturpflege wird der Literaturpflegefall. So verfuhr der Staat früher mit der Kohle-Subvention, als jeder Arbeiter im Bergbau mit mehr Geld gefördert wurde, als er hätte verdienen können.

Günter Berg, Leiter des Verlages Hoffmann und Campe, fasst die verflixte Abhängigkeit der Autoren von ökonomischen Gegebenheiten zugespitzt so zusammen: "Amateure bekommen Preise, Profis verdienen Geld", und "Am Ende schmückt das Preisgeld den Auslober oft mehr, als es dem Autor auf seinem langen und unsicheren Weg zum wirklichen Erfolg nützt." Rainer Moritz, Leiter des Hamburger Literaturhauses, ergänzt: "Natürlich gibt es zu viele Preise, und manche davon fördern nur Preis-Prosa. Andererseits helfen viele Preise vielen Autoren, dass sie nicht vollkommen unter das Existenzminimum rutschen."

Natürlich ist es angesichts der geringen Verdienstmöglichkeiten von Schriftstellern notwendig - denn nur sehr, sehr wenige können vom Schreiben leben -, Autoren mit Preisgeldern zu fördern. Aber man unterstützt damit auch einen urwaldartigen, literarischen Wildwuchs, man subventioniert Menschen, denen man nicht ernsthaft die Berufsbezeichnung Schriftsteller ausstellen dürfte. Hobbyschreiber also. Und es gibt viele, sehr viele Menschen, die versuchen, irgendwann im Leben ein Buch zu schreiben. Man braucht dazu keine teuren Produktionsmittel, wie sie etwa Musiker, Filmemacher, Maler oder Bildhauer benötigen. Für Theaterleute, Opernsänger und Balletttänzer müssen gar (zumeist) staatlich subventionierte Häuser vorhanden sein.

Und Autoren? Die schreiben einfach drauflos. Bei gut 10 000 belletristischen Titeln, die jedes Jahr in Deutschland erscheinen, ist rein rechnerisch für jeden zehnten Autor ein Literaturpreis drin. Hoffen wir, dass es kein Zinnteller, keine Büste und kein "unehrlicher" Landwein ist.